Die CDA Hessen trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Gerald Weiß, der am 21. Januar 2022 im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Gerald Weiß war über viele Jahre das sozialpolitische Gesicht der CDU Hessen und gehörte zu den profiliertesten Sozialpolitikern in der Bundesrepublik Deutschland. Seine politische Laufbahn begann Gerald Weiß als Landtagsabgeordneter 1974 für den Wahlkreis Groß-Gerau I. Er war zunächst bis 1987 Landtagsabgeordneter, dann wieder von 1991 bis 1998. Von 1987 bis 1991 diente er als Staatssekretär im Sozialministerium Hessen. Mit dem damaligen Minister Karl-Heinz Trageser bildete Gerald Weiß ein Dreamteam der Sozialpolitik.

Im Deutschen Bundestag war Gerald Weiß von 1998 bis 2009 vertreten. Von 2000 bis 2009 war er Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, von 2005 bis 2009 auch Vorsitzender des Ausschusses Arbeit und Soziales. Gerald Weiß war in der gesamten Sozialpolitik zuhause: Ob Gesundheitspolitik, Politik für Menschen mit Behinderungen, ob Sozialversicherungen oder Arbeitsmarktpolitik: Gerald Weiß war kompetenter und den Menschen zugewandter Ansprechpartner, empathisch für die Anliegen der Menschen, aber kein Sozialromantiker. Vor allem die Reform der Unfallversicherung ist und bleibt mit seinem Namen verbunden.

Der CDA Hessen diente er zehn Jahre als Vorsitzender; gleichzeitig war er über viele Jahre erster stellvertretender Bundesvorsitzender der CDA und, für eine Übergangszeit, auch geschäftsführender Bundesvorsitzender. Gerald Weiß hat Spuren hinterlassen, war Vorbild: Mit seiner Leidenschaft für die Gestaltung des Sozialen und seiner Klugheit, mit der er es verstand, Koalitionen für seine Anliegen zu schmieden. Die CDA Hessen hat ihn nicht nur deshalb mit Stolz zu ihrem Ehrenvorsitzenden gemacht.

Gerald war bescheiden im Auftreten, ein Mann eher der leisen Töne. Die große öffentliche Inszenierung war seine Sache nicht, da war die Sache wichtiger. Man spürte bei Gerald Weiß die Kraft des Glaubens, die ihn auch über schwierige Zeiten trug; die Soziallehre war seine geistige Heimat, und aus der Soziallehre heraus verstand er es, die Innenausstattung der Sozialen Marktwirtschaft mitzugestalten. Er wird uns in der CDA fehlen; unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

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