Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete Matthias Zimmer hat die fremdnützige Forschung an nicht mehr einwilligungsfähigen Patienten in namentlicher Abstimmung abgelehnt und folgende Erklärung zu Protokoll gegeben:

"Ich lehne die fremdnützige Forschung an nicht mehr einwilligungsfähigen Patienten ab. Patienten müssen in der Lage sein, eine einmal gegebene Einwilligung jederzeit wieder zurückziehen zu können. Können sie dies nach dem Verlust ihrer Einwilligungsfähigkeit nicht und werden Objekte fremdnütziger Forschung, werden sie als Mittel für Zwecke Anderer benutzt. Dies ist mit der Menschwürde aus meiner Sicht nicht vereinbar.

Dagegen kann auch nicht argumentiert werden, dass der Mensch sich altruistisch verhalten könne. So sehr dies zutrifft und etwa die freiwillige Teilnahme an fremdnütziger Forschung oder die Spende von Organen bei Lebenden Beispiele eines solchen altruistischen Verhaltens sind, beruhen sie auf der Möglichkeit des jederzeitigen Rücktritts. Dies ist bei nicht mehr einwilligungsfähigen Patienten nicht gegeben.

Darüber hinaus öffnet diese Möglichkeit der gemeinnützigen Forschung an nicht einwilligungsfähigen (und damit auch nicht rücktrittsfähigen) Patienten die Tür zu einem Präferenzuntilitarismus, wie ihn der australische Philosoph Peter Singer vertritt. Dieser vertritt aber ein Menschenbild, das mit der Würde des Menschen in einem christlichen Verständnis nicht mehr vereinbar ist und zu Recht abgelehnt wird."

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag