Der hessische CDA-Landesvorsitzende Matthias Zimmer hat restriktive Auslegung verkaufsoffener Sonntage im Grundsatz verteidigt. "Der Sonntag und die gesetzlich anerkannten Feiertage sind grundgesetzlich als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung geschützt", so Zimmer. Hinter dieser etwas altmodisch anmutenden Formulierung verberge sich ein aktuelles Anliegen: Der Sonntag sei der einzige kollektiv freie Tag und erfülle eminente soziale und kulturelle Funktionen. Er zeige, dass Arbeit und Konsum nicht das Wesentliche des Menschen seien. Sonntage seien Bestandteil der christlichen Leitkultur. Zimmer verwies darauf, dass auch die beiden anderen abrahamitischen Religionen Ruhetage kennen. Im Islam werde der Freitag als "Tag der Zusammenkunft" begangen, im Judentum sei der Sabbat gar durch das dritte Gebot geschützt. "Nicht derjenige ist fortschrittlich, der diese Traditionen über Bord wirft", so Zimmer, "sondern derjenige, der ihre Notwendigkeit auch im gesellschaftlichen Wandel anerkennt. Sonn- und Feiertage haben eine wichtige Klammerfunktion für Familien als einem Tag, in dem in aller Regel alle Familienmitglieder von ihren alltäglichen Pflichten entlastet sind. Das wollen wir als CDA schützen und erhalten, weil wir uns für die Familien einsetzen. Zur Entfaltung von Familien aber bedarf es auch geschützter Zeiten wie des Sonntags und der Feiertage."

Es sei aber wünschenswert, so Zimmer, angesichts der jüngsten gerichtlichen Auseinandersetzungen über den verkaufsoffenen Sonntag die gesetzlichen Regelungen so zu präzisieren, dass die wenigen Ausnahmen vom Sonntagsöffnungsverbot auch mit hinreichender Klarheit und Rechtssicherheit für die betroffenen Einzelhändler geplant werden könnten. "Hessen ist mit der möglichen Freigabe von bis zu vier verkaufsoffenen Sonntagen einen klugen Weg gegangen. Die Debatten der vergangenen Tage dürfen nicht dazu führen, dass der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe grundgesetzwidrig in Frage gestellt wird. Wenn wir damit beginnen enden wir damit, dass auch an Weihnachten und Ostern gearbeitet wird. Das wollen wir nicht und dies wollen die Menschen nicht. Vielmehr muss es darum gehen, die jetzt schon möglichen Ausnahmen rechtssicher auszugestalten", so Zimmer abschließend.

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