Heute verabschiedete das Europäische Parlament in Straßburg eine Resolution zur Situation im tibetischen Kloster Larung Gar und zum Menschenrechtler Ilham Tohti.

Seit 1980 ist Larung Gar - eines der größten Klosters weltweit - ein zentraler Ort für praktizierende tibetische und chinesische Buddhisten. Die Klosteranlage bietet Mönchen die Möglichkeit der Lehre und des Studiums ihres Glaubens. Die tibetische Form des Buddhismus ist in höchstem Maße friedlich und verneint jede Form von Gewalt, was die Atmosphäre in Larung Gar bestimmt.

Seit Juli 2016 zerstört die chinesische Regierung systematisch die Gebäude auf diesem Gelände. Die offizielle Begründung zum Abriss der Hütten und Wohnhäuser ist mangelnde Hygiene und Brandschutz. Menschenrechtler vermuten hinter dem Vorgehen allerdings einen weiteren Schritt zur Unterdrückung der tibetischen Minderheit und zur Kontrolle des tibetischen Buddhismus.

Das Europäische Parlament appelliert mit der heutigen Resolution an die chinesische Regierung, die Zerstörung des Klosters und die damit verbundene Umsiedlung der Mönche unverzüglich zu stoppen sowie die andauernde Unterdrückung der tibetischen Minderheit zu unterbinden und die internationalen Menschenrechte zu respektieren.

Des Weiteren fordert das Europäische Parlament die Freilassung des uighurischen Professors und Trägers des diesjährigen Martin-Ennals-Menschenrechtspreises Ilham Tohti. Er wurde 2014 wegen angeblichem "Separatismus" zu lebenslanger Haft verurteilt.

Thomas Mann, Mitglied des Europäischen Parlaments und Präsident der Tibet Interest Gruppe, betonte während der Debatte im Plenum, dass Religionsfreiheit auf jeden Menschen Anwendung finden und die chinesische Regierung dieses Recht garantieren müsse. Er hob die Signalwirkung der EP-Resolution hervor und versicherte, dass die Europaabgeordneten Tibet weiterhin unterstützen werden.

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