Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute Nacht ist unser Kollege Martin Kamp nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Vielen von uns ist Martin aus seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer der CDA in sehr guter Erinnerung; er hatte diese Position von 2005 bis 2010 und dann erneut von 2010 bis 2015 inne. Davor war Martin Geschäftsführer der Arbeitnehmergruppe im Deutschen Bundestag. Seine berufliche Laufbahn hatte er 1997 nach einem Studium der Volkswirtschaft in Münster und dem University College of North Wales im Bundesministerium für Arbeit und Soziales begonnen. Seit 2016 war Martin hauptberuflich bei der IG Metall in Berlin und hat zuletzt das Ressort Grundsatzfragen geleitet.
Martin war mit Leib und Seele ein Christlichsozialer. Er hat die christlich-soziale Idee auch gelebt, vor allem mit seinem Engagement für Fair Trade. Er kannte nicht nur die Soziallehre, sondern war auch in den breiten Feldern der Arbeitswelt und der Sozialpartnerschaft ebenso beschlagen wie in der Sozialpolitik. Seine inhaltlichen Beiträge wurden sowohl in der CDA als auch in der CDU hoch geschätzt. Als Mitglied des Bundesfachausschusses Arbeit und Soziales von 2016 bis 2017 hat er ebenso wichtige Impulse gegeben wie im Bundesfachausschuss Wirtschaft, Arbeit und Steuern seit 2019. In der CDA hat er die Formulierung des Grundsatzprogramms eng begleitet; alle programmatischen Aussagen der CDA der letzten 20 Jahre und die Positionierung der CDA in den Wahlkämpfen tragen seinen Stempel. Mit großer Leidenschaft hat er junge Menschen gefördert und der CDA nahe gebracht, sie in ihrem Engagement ermutigt und in ihrer persönlichen Entwicklung begleitet und unterstützt.
In der IG Metall war Martin ein Brückenbauer zur CDA. Er hat die Gewerkschaft mit voller Überzeugung vertreten, aber im Geist christlich-sozialen Engagements. Klassenkämpferischer Eifer oder ideologische Verhärtungen waren ihm fremd; ihm ging es um konkrete Politik, um konkrete politische Maßnahmen im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Hier war er ein Lobbyist für die Metaller im besten Sinn: Engagiert, aber verbindlich und lösungsorientiert.
Martin war bei amnesty international engagiert, ebenso in der UNO-Flüchtlingshilfe. Er war motiviert aus dem Glauben heraus, überzeugt von der personalen Würde jedes Menschen. Wenige Tage nach seinem 51. Geburtstag ist er nun gestorben. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Er wird uns fehlen.

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