"LEBEN IST MEHR ALS ARBEIT, PRODUKTIONUND GELD VERDIENEN!"

Unter diesem Motto gründete sich die "ALLIANZ FÃœR DEN ARBEITSFREIEN SONNTAG LIMBURG-WEILBURG". Das von Kirchen und Gewerkschaften getragene Bündnis setzt sich gegen eine weitere Aufweichung der Feiertagsregelung in Hessen ein.

Im Moment sind in Hessen vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr, sofern sie anlassbezogen sind, erlaubt. In Nordrhein-Westfalen hat die neue Regierung aus CDU und FDP die Anzahl bereits auf acht verkaufsoffene Sonntage, ohne inhaltliche Bindung, erhöht. So kann in NRW quasi jeder Sonntag zum verkaufsoffenen Sonntag erklärt werden.

Das Ziel der Allianz ist es, den Sonn- und Feiertagsschutz zu erhalten, die Ladenöffnung sowie die Arbeitszeiten zu begrenzen und immer wieder die Folgen der "RUNDUM- DIE-UHR-KONSUM UND KOMMERZ-GESELLSCHAFT" zu thematisieren. Der Sonntag, das ist der andere Tag, der für alle frei sein sollte. Er bietet einen Freiraum, in dem die Menschen nicht nur Konsumenten sind. Es geht um Freiraum zur Gestaltung. Dieser Freiraum ist ausdrücklich nicht nur für die Regeneration gedacht. Gesellschaftlich macht es jedenfalls Sinn, am selben Tag frei zu haben, damit man gemeinsam etwas gestalten kann. Und dieser freie Tag ist in unserer Gesellschaft historisch gesehen der Sonntag.

Natürlich wird es immer Berufe geben, in denen man auch Sonntags arbeiten muss, etwa Polizei, Krankenhäuser und Pflegeheime, Feuerwehr, Notarzt und die verschiedenen Notdienste und Bereitschaftsdienste in der Industrie. Der Kirche geht es vor allem um den Schutz der Kultur und zwar nicht nur der innerkirchlichen. Es geht um die Emanzipation von strukturellen Zwängen. Am Sonntag soll der Einzelne entscheiden können, was er mit seiner Zeit macht.

Auf den Erhalt der bestehenden Regelungen will die Allianz eher dezent hinwirken und verschiedene Vorträge zum Thema abhalten. Den freien Sonntag gibt es schon im alten Testament, erstmals erwähnt 2.800 Jahre vor Christus. Die Menschheit hat sich mehr oder weniger daran gehalten. Und jetzt wollen unsere Krämerseelen in Industrie und Handel den Tag abschaffen. Eine feine Gesellschaft kann man dazu nur sagen. Was können wir nun gegen den verkaufsoffenen Sonntag als Bürger und als Arbeitnehmer tun? Einfach nicht einkaufen gehen, auch keine Brötchen am Sonntagmorgen!!!

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