Sie fühlen sich unsicher beim Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern und möchten Ihr Fremdsprachenniveau aufbessern? Der Umgang mit Stress auf der Arbeit fällt Ihnen schwer und Sie möchten lernen, wie man Stress besser bewältigt?

Wir befinden uns in einer kontinuierlich wachsenden und sich ständig veränderten Arbeitswelt. Angeeignetes Wissen verliert an Gültigkeit und neue technische, organisatorische oder kommunikative Fähigkeiten sind gefragt.

Wissenslücken füllen und sich beruflich oder politisch weiterbilden, ohne kostbare Urlaubstage zu investieren, ist Dank des Bildungsurlaubsanspruchs möglich. Denn mit dem Bildungsurlaubsgesetz haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hessen das Recht, bis zu fünf Tage im Jahr bezahlten Urlaub für Weiterbildung zu beantragen. Mit dem Bildungsurlaub fördert der Staat das sogenannte „lebenslange Lernen“ – eine Initiative von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Die Kosten teilen sich Arbeitnehmer (Seminargebühren und ggf. Reisekosten) und Arbeitgeber (Lohnfortzahlung). Denn Bildungsurlaub hat für beide Parteien einen Mehrwert: der Arbeitgeber durch die neuen Kenntnisse des Arbeitnehmers, welches dieser in seine Arbeit und das Unternehmen einbringt und der Arbeitnehmer durch den Bonus fortlaufen fachlich auf dem aktuellen Stand zu sein.

Das Thema kann der Beschäftigte, je nach Wissensbedarf und Interesse, selbst wählen. Zu beliebten Fortbildungen gehören Kurse zur Datenbankverwaltung, zum Programmieren und zur Webseitengestaltung. Im Bereich Kommunikation sind Kurse zu Rhetorik, das Training der Sprechstimme oder Fremdsprachenkurse im Ausland gefragt. Seminare zu Themen wie Stressbewältigung oder Mitarbeiterführung werden ebenfalls häufig besucht. Voraussetzung ist lediglich, dass das Land die Weiterbildung als solche anerkennt. Ob die ausgewählte Fortbildung zu den anerkannten Weiterbildungen gehört, kann auf der vom Land bereitgestellten Datenbank überprüft werden. Eine Übersicht anerkannter oder anerkennungsfähiger Bildungsurlaube finden Sie hier: http://www.bildungsurlaub.de/seminare/index.php?land=HE

Antragsberechtigt sind in Hessen, jedoch frühestens nach sechs monatigem Bestehen des Beschäftigungsverhältnisses:

• Arbeitnehmer/innen,
• in Heimarbeit Beschäftigte und
• Personen in arbeitnehmerähnlichen Verhältnissen

Auch Auszubildende haben die Möglichkeit, Bildungsurlaub zu beanspruchen, der Bereich beschränkt sich jedoch auf politische Bildung und Ehrenamtsschulungen.

Wie Sie Ihren Bildungsurlaub richtig anmelden, erklären wir in nachstehender Hilfestellung:

Wenn Sie beruflich in Hessen oder einem anderen bildungsurlaubsberechtigten Bundesland tätig sind und zu oben genanntem Kreis der Anspruchsberechtigten gehören,

• suchen Sie sich ein Seminar, das Ihren Interessen entspricht und vom Bundesland anerkannt ist.
• Vor einer verbindlichen Buchung sollten Sie mit dem Veranstalter klären, ob für die Veranstaltung eine Anerkennung nach dem Bildungsurlaubsgesetz Ihres Landes vorliegt.
• Nach einer Anmeldung bekommen Sie vom Veranstalter in der Regel unaufgefordert alle notwendigen Unterlagen, (Anmeldebestätigung, Anerkennungsbescheid und inhaltlicher Ablaufplan) zu. Tipp: Werfen Sie einen Blick auf die Rücktrittsbedingungen. Können Sie kostenlos zurücktreten, wenn Ihr Arbeitgeber Ihre Bildungsurlaubsanmeldung aus guten Gründen zurückweist?
• Berücksichtigen Sie bei der Terminwahl, dass der Arbeitgeber, Ihre Abwesenheit einplanen muss. Eine frühzeitige Beantragung, jedoch spätestens sechs Wochen vor Kursbeginn, ist für einen reibungslosen Ablauf empfehlenswert.
• Reichen Sie bei Ihrem Arbeitgeber, unter Einhaltung des Abgabedatums, folgende Unterlagen ein:
o die Anmeldebescheinigung, den Anerkennungsbescheid und den Ablaufplan zusammen mit einem Anschreiben
• Jetzt ist Ihr Arbeitgeber an der Reihe: er prüft ihre Mitteilung und informiert sie über seine Entscheidung.
• Wenn Ihr Arbeitgeber keine Einwände hat, können Sie jetzt Ihren Bildungsurlaub besuchen.
• Sollte Ihr Bildungsurlaub abgelehnt werden, lassen Sie sich dies unbedingt schriftlich geben. Prüfen Sie dann, am besten mit fachlicher Unterstützung, z.B. durch den Betriebsrat, ob die Ablehnung gesetzeskonform ist.
• Nach dem Bildungsurlaub: Abgabe der Teilnehmerbescheinigung beim Arbeitgeber.

Tipp: Eine große Auswahl an Seminaren finden Sie über das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter. Unter nachstehendem Link erhalten Sie einen Einblick in das vielfältige Angebot des Bildungswerks: https://www.azk-csp.de/seminare/bildungsangebote-seminare/?no_cache=1

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag